Selbsthilfe-Schlafapnoe

Nachtschweiß – oft zu wenig beachtet bei Schlafapnoe

Es wurden 200 Patienten befragt, die nach vorausgegangenem Schlafmonitoring zur definitiven Abklärung eines Obstruktiven Schlafapnoesyndroms (OSAS) in ein schlafmedizinisches Zentrum eingewiesen wurden.

In einem standardisierten Fragebogen wurde nach Vorhandensein von Nachtschweiß gefragt.
Bei positiven Angaben wurde differenziert nach Häufigkeit, Dauer und Intensität des Nachtschweißes.
Nach erfolgter Schlaflaborabklärung wurden diese Angaben in Kontext zum Schweregrad der Schlafapnoe gesetzt und bewertet.

Ausschlusskriterien waren Frauen mit typischer prämenopausaler Symptomatik, andere spezifische Erkrankungen mit bekannter Nachtschweißdisposition, fehlende Kooperation.

Ergebnis:
Bei Vorliegen eines mittelschweren bis schweren obstruktiven Schlafapnoesyndroms ist bei ca. 30% der Patienten die Nachtschweißproblematik mit bemerkenswerter Intensität ausgeprägt.
3-4maliges Aufwachen in der Nacht mit der Notwendigkeit z.B. eines Schlafanzugswechsels oder Abtrocknens war zu beobachten.

Nachtschweiß tritt in dieser Intensität erst deutlich später auf als alle anderen Symptome wie z.B. Tagesschläfrigkeit, nicht erholsamer Schlaf oder Atemaussetzer.

Schlussfolgerung:
Gerade weil die Nachtschweißproblematik erst deutlich nach anderen Symptomen auftritt, ist in diesen Fällen von einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auszugehen.

Bei typischen Schlafapnoesymptomen ist auch bei fehlender Tagesschläfrigkeit von einem eher schweren behandlungsbedürftigen Schlafapnoesyndrom auszugehen.

Am Anfang der sonst sehr umfangreichen Untersuchungen sollte das Schlafapnoescreening bei vorhandenem Nachtschweiß vorrangig durchgeführt werden.

Quellen:
1. Mold JW, Mathew MK, Belgore S, DeHaven M (2002) Prevalence of night sweats in primary care patients; an OKPRN and TAFP-Net collaborative study. J Fam Pract 51:452

2. Viera AJ, Bond MM, Yates SW (2003) Diagnosing Nicht Sweats. Am Fam Phys 67:1019-1024

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