Selbsthilfe-Schlafapnoe

Selbsthilfegruppe Schlafapnoe prangert Verhalten der Krankenkassen an

Viele Erkrankungen lassen sich nur in einem Schlaflabor zuverlässig diagnostizieren. Dazu gehört auch die Atemstörung „Schlafapnoe“ – dabei setzt der Atem im Schlaf, von den Patienten fast immer unbemerkt, für längere Zeit aus. Schwere Erkrankungen können die Folge sein. Immer mehr Krankenkassen verweigern die Kostenübernahme für den Aufenthalt im Schlaflabor. 

Bei der Schlafapnoe setzt die Atmung während des Schlafs für mehrere Sekunden aus, meistauch bis zu einer Minute oder länger. Diese Atemaussetzer können langfristig schwere Erkrankungen zur Folge haben, beispielsweise Schlaganfall, Herzinfarkt oder Diabetes Typ 2. Die Patienten selbst wissen oft gar nicht, dass sie betroffen sind. Gewissheit bringt nur eine professionelle Untersuchung im Schlaflabor.

Anfang 2018 fielen zunächst einige große Krankenkassen negativ auf, indem sie die Kostenübernahme für einen stationären Aufenthalt im Schlaflabor verweigerten. Inzwischen sind fast alle Krankenkassen diesem Negativ-Beispiel gefolgt. „Die Krankenkassen haben sich Strategien ausgedacht, um die für Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atemstörungen entstehenden Kosten zu beschneiden: Die Kassen haben die Diagnostik kurzerhand als ambulant zu erbringende Leistung umetikettiert“; sagt Holger Weigel von der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe. Die Folgen sind nicht nur im Rhein-Main-Gebiet und im Main-Kinzig-Kreis fatal: Stationär arbeitende Schlaflabore stehen vor dem Aus, während die wenigen ambulanten Schlaflabore mittlerweile Wartezeiten von einem Jahr und länger haben.

Diesen untragbaren Zustand prangert die Selbsthilfegruppe „Schnarchen und Schlafapnoe Main-Kinzig“ an. Mit Unterstützung der Selbsthilfegruppen aus Frankfurt, Kassel, Gießen und Bad Arolsen soll im Juli Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingeschaltet werden. Die Forderung lautet: „Es muss eine Möglichkeit geben, dass stationäre Schlaflabore in Krankenhäusern, welche in der Regel durch ihre Akkreditierung durch die DGSM zusätzlich einen hohen Qualitätsstandard aufweisen, ihre Leistungen ambulant abrechnen können.“

Der Brief wird von den Selbsthilfegruppen zusätzlich allen Bundestagsabgeordneten der umliegenden hessischen Wahlkreise zugestellt. Die Initiatoren hoffen, mit ihrem Anliegen auch das Interesse überregionaler Medien zu wecken. 

Die Selbsthilfegruppe lädt deshalb alle von einer Schlafapnoe betroffenen Patienten und deren Angehörige zum nächsten Gruppentreffen ein. Der Leiter der Gruppe wird über den aktuellen Sachstand berichten. Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich an einer Unterschriftenaktion zu beteiligen. Treffpunkt ist Donnerstag, 27. Juni 2019, um 18:30 Uhr im Main-Kinzig-Forum, Raum A01.041, Barbarossastraße 24 in Gelnhausen. 

Anmeldung und Infos unter Tel.: 06051/474901 oder www.selbsthilfe-schlafapnoe.com

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