Selbsthilfe-Schlafapnoe

Welche Atemmaske ist die Richtige für mich?

Viele Patienten werden während oder nach dem Aufenthalt im Schlaflabor mit einem Beatmungsgerät und einer Atemmaske versorgt.
Bei gefühlt der Hälfte aller Patienten passt alles. Der Patient ist zufrieden und die Therapie läuft gut.

Bei der anderen Hälfte der Patienten stellt sich eine Reihe von Problemen ein. Diese Probleme wiegen mehr oder weniger schwer, sind aber mit etwas Geduld fast immer zu bewältigen.

Viele, oder fast die meisten, dieser Probleme hängen mit der Atemmaske zusammen.

  • Manche Patienten bekommen unter der Maske Platzangst, andere wiederum haben Probleme mit dem richtigen Sitz ihrer Maske
  • Die Maske drückt und erzeugt schmerzhafte Druckstellen auf dem Nasenrücken bis hin zu offenen Fleischwunden.
  • Die Gurte der Maskenbefestigung hinterlassen unschöne Abdrücke im Gesicht, die sich erst nach Minuten bis Stunden zurück bilden.
  • Andere Masken sind undicht und blasen an irgendeiner Stelle Luft ab.
    Zum Einen ist das laut und man wacht in der Nacht wegen der hohen Geräuschkulisse plötzlich auf. Zum Anderen bläst die Luft oft genau in die Augen. Die Augen sind am Morgen gerötet bis hin zu Bindehautentzündungen.

Jedes Gesicht ist sehr individuell. Deshalb muss nicht automatisch jede Maske perfekt passen.
Die Suche nach einer geeigneten Maske gestaltet sich deshalb oft aus den verschiedensten Gründen sehr schwierig.
Man darf sich dadurch aber nicht entmutigen lassen.
Am Besten Sie besuchen eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe, um sich unabhängig von Firmen, Ärzten oder Schlaflaboren über die verschiedenen Makentypen zu informieren.
Auch werden Sie erleben, das die meisten der Gruppenmitglieder ähnliche Probleme hatten und dass Sie somit nicht alleine sind.

Damit Sie sich bereits vorab ein Bild von den verschiedenen Maskentypen machen können, möchten wir Ihnen hier die verschiedenen Maskentypen vorstellen.
Wir haben hier Masken unterschiedlicher Hersteller ausgewählt. Die Auswahl ist rein zufällig und stellt weder eine Wertung, noch eine Kaufempfehlung dar. In jeder Kategorie gibt es eine fast unüberschaubare Auswahl.
Die bekanntesten / größten Maskenhersteller sind sie Firmen Philips, ResMed, Weinmann und Fisher & Paykel (F&P).

Sprechen Sie mit Ihrem Versorger (Händler). Wenn Sie diesen nicht kennen, erfahren Sie die Adresse bei Ihrer Krankenkasse.
Die im Raum Hessen größtenteils tätigen Versorger sind Löwenstein medical (ex. Heinen und Löwenstein), ResMed, Vivisol, Ifm-Wettenberg, Brand-Vital, GMV-Hofheim und Linde-Healthcare.

Die Nasenoliven-Maske / Nasenpolstermaske (Nasal-Pillow)

Hier werden in der Regel zwei Stöpsel locker in die Nasenlöcher gesteckt.

Vorteil: Geringe abzudichtende Hautfläche, leicht dicht zu bekommen, Gurte lassen sich leicht einstellen, freies Gesichtsfeld, Fern sehen und Brille aufsetzen ist relativ problemlos möglich.
Nachteil: Meist zwar für Drücke bis ca. 20 mbar zugelassen, aber ab 10-12 mbar fühlt es sich nicht mehr gut an, wenn die Luft direkt in die Nase geblasen wird. Viele Patienten mögen es auch bei geringeren Drücken nicht, wenn die Luft direkt in die Nase geblasen wird.

Nasenoliven

Nasenmaske

Dieser Maskentyp umschließt nur die Nase.
Im Gegensatz zu der oben genannten Nasenolivenmaske wird die Luft vor der Nase verwirbelt. Das Atmen  wird angenehmer empfunden.

Vorteil: Relativ geringe abzudichtende Hautfläche um die Nase herum, Atmung ist bequem. Für Menschen, die mit geschlossenem Mund schlafen, der ideale Maskentyp.
Nachteil: Es muss mehr Hautfläche abgedichtet werden als z.B. bei der oben genannten Nasenolivenmaske. Etwas schwierigere Abdichtung z.B. bei Bartträgern.

Nasenmaske

Nasen-/Mund-Maske (Fullface-Maske)

Diese Maske wird meist verordnet, wenn der Patient beim Schlafen durch den geöffneten Mund atmet.
Bei „Durch-den-Mund-atmern“ ist eine reine Nasenmaske ungeeignet, da die Luft dort durch die Nase einströmt und durch den Mund direkt wieder entweicht. Der gewünschte Effekt, dass die Luftröhre offen gehalten wird, tritt dann nicht ein.
Bei einer Fullface-Maske tritt die Luft sowohl in Nase, als auch in den Mund ein.

Vorteil: Für Menschen, die häufig oder immer mit offenem Mund atmen, eigentlich die einzige sinnvolle Maske.
Nachteil: Sehr große abzudichtende Hautflächen um Nase und Mund herum. Wegen komplexer Verstellmöglichkeiten der Gurtbänder nicht ganz einfache Anpassung. Braucht unter Umständen sehr viel Geduld bis die Maske richtig sitzt. Fernsehen oder Lesen mit Brille ist in der Regel mit dieser Maske nicht möglich.

Am Besten man kauft sich ein stabiles Kopfkissen, z.B. von der Firma Tempur. Es gibt aber auch spezielle Kopfkissen mit einer Maskenaussparung für Leute, die auf der Seite schlafen. Ziel ist es, dass die Maske während des Schlafs möglichst wenig verrutscht.

Fullface

Mund-Maske

Ene Alternative zur oben genannten Fullface-Maske kann diese Maske sein. Diese gibt es derzeit nur von der Fa. Philips. Die Maske heißt „Amara View“.
Diese Maske sitzt auf dem Mund auf und die Nase liegt oben auf der Maske auf. Oben auf der Maske ist ein breiter Schlitz, durch den die Nase mit Luft versorgt wird.

Vorteil: Die abzudichtende Fläche ist kleiner als bei der Fullface-Maske. Die Augen bleiben frei. Fernsehen oder Lesen mit Brille ist möglich. Die Gefahr von Undichtigkeiten ist geringer als bei der klassischen Fullface-Maske.
Nachteil: Die Nase muss gut ausgemessen werden, damit diese Maske gut passt.

Amara_View

Ganzgesichtsmaske

Für besonders schwierige Fälle könnte diese Maske eine Hilfe darstellen. Hier wird das komplette Gesicht von der Maske bedeckt.
Die Gefahr von Undichtigkeiten ist hier jedoch wegen der sehr großen abzudichtenden Fläche am Größten.

Vollgesichtsmaske

Dreamwear – Maskenkissen unter der Nase

Diese Maske nimmt eine Sonderstellung ein.
Sie kommt der Nasenolivenmaske am Nächsten. Diese Maske hat ein „Maskenkissen“, welches unter der Nase angelegt wird.

Vorteil: Die Luft strömt nicht so vehement wie bei den Nasenoliven in die Nase. Man hat keine Stöpsel in der Nase stecken. Es gibt nur einen Befestigungsgurt. Die Maske lässt sich deshalb sehr einfach einstellen.

Etwas Gewöhnungsbedürftig ist der Maskenanschluss der, im Gegensatz zu allen anderen Masken, nicht an der Nase, sondern auf dem Kopf sitzt. Die Luft strömt von oben durch den Maskenkörper. Man kann mit der Maske sehr gut auf der Seite schlafen. Das Maskenkissen ist sehr leicht dicht zu bekommen.

Wichtig zu wissen ist, dass es den kompletten Maskenkörper und auch das Kissen jeweils in verschiedenen Größen gibt. Man sollte diese Maske unbedingt bei seinem Versorger anpassen lassen.

Nach anfänglicher Skepsis dieser Maske gegenüber, hat diese Maske extrem vielen Patienten aus unserer Gruppe geholfen, die teilweise schon seit Jahren eine wahre Maskenodyssee hinter sich hatten.
Der Verfasser dieses Beitrags nutzt diese Maske selber seit einigen Monaten als Alternative zu einer Nasenolivenmaske von ResMed „Swift LT“ und ist begeistert. Die Maske ist extrem leise, sitzt gut und verrutscht weniger als alle anderen bisher getesteten Masken.

Nachteil: Einziger Nachteil ist, dass diese Maske keine Hilfsmittelnummer hat, d.h., die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht und man muss die Maske in der Regel selber zahlen.  Die Maske kostet 169 Euro.

In besonders schwierigen Einzelfällen wurden die Kosten aber von den Krankenkassen trotzdem übernommen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe.

Dreamwear

 

Alle Maskenanschlüsse und Schläuche sind genormt.
Es ist also relativ egal, welches Beatmungsgerät Sie haben: Alle Masken passen an alle Schläuche.

Aber es gibt immer noch einige Besonderheiten.
Diese werde ich an anderer Stelle erläutern.

Auch hier ist als erste Anlaufstelle neben dem Schlaflabor bzw. einer dort vorhandenen Maskensprechstunde, ein Besuch in einer Selbsthilfegruppe empfehlenswert.

WICHTIG: Die Befestigungsgurte der einzelnen Masken dürfen keinesfalls zu fest angezogen werden. Die Silikondichtungen müssen so locker wie möglich aber so fest wie nötig sitzen, damit sie ihre dichtenden Eigenschaften entfalten können.
„Fest“ heißt nicht automatisch auch „Dicht“.